Strafverteidigung
Maximilian Eder seit Wochen im Hungerstreik
Veröffentlicht am: 17.05.2023|Strafverteidigung|5 min. Lesezeit
Verlegung nach München-Stadelheim
Rechtsanwalt Ralf Dalla Fini berichtet am 17. Mai 2023 über den damaligen Zustand seines Mandanten Maximilian Eder. Dieser sei zwischenzeitlich nach München-Stadelheim verlegt worden und befinde sich dort im medizinischen Bereich der Justizvollzugsanstalt.
Die Verlegung erfolgte nach Angaben des Verteidigers, damit Eder dort intensiver betreut und sein Gesundheitszustand besser überwacht werden könne.
Hungerstreik und medizinische Versorgung
Nach Einschätzung Dalla Finis nahm Maximilian Eder zu diesem Zeitpunkt bereits seit mindestens vier Wochen keine Nahrung mehr zu sich. Auch die Flüssigkeitsaufnahme sei stark eingeschränkt gewesen.
Der gesundheitliche Zustand und die medizinische Versorgung standen deshalb im Mittelpunkt der weiteren Betreuung. Dalla Fini wartete zu diesem Zeitpunkt außerdem auf ein medizinisches Gutachten.
Patientenverfügung und rechtliche Fragen
Eine zentrale rechtliche Frage war nach Darstellung des Verteidigers, ob eine von Eder abgegebene Patientenverfügung auf einer freien und unbeeinträchtigten Willensentscheidung beruhte.
Von dieser Bewertung könne abhängen, welche medizinischen Maßnahmen gegen den erklärten Willen des Betroffenen rechtlich zulässig wären.
Dalla Fini schildert die Situation seines Mandanten als Ausdruck einer erheblichen persönlichen Belastung durch die Untersuchungshaft.
Haftbedingungen und laufendes Ermittlungsverfahren
Dalla Fini betont ausdrücklich, dass sein Mandant weder der Justizvollzugsanstalt noch den behandelnden Einrichtungen eine schlechte Behandlung vorwerfe. Die Belastung resultiere nach Darstellung des Verteidigers vielmehr aus dem Freiheitsentzug selbst.
Zu den konkreten Tatvorwürfen wollte sich Dalla Fini zu diesem Zeitpunkt noch nicht näher äußern. Das Verfahren befand sich nach seinen Angaben weiterhin im Ermittlungsstadium und eine Anklage war noch nicht absehbar.
Er verwies darauf, dass gegen Eder ebenso wie in dem parallel in Koblenz verhandelten Verfahren schwerwiegende Vorwürfe im Zusammenhang mit angeblichen Umsturzplänen im Raum standen.